Wohin steuert unsere Gesellschaft? Gezielte Massenverdummung (Teil 2)

Ein Meinungsbeitrag von Sven Brajer (Teil 1 finden Sie hier)

Blinder Gehorsam ist das Gegenteil von Bildung

Das akademische, „weltfremde“ (Norbert Bolz) Gebaren passt hervorragend zu einem Land, dessen medial-politisch verordneter Diskurs das Wort „Querdenker“ zum Totschlagargument gegen jegliche Systemopposition erkoren hat. Das dazu passende neue Instrument des Verfassungsschutzes namens „Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates“ erinnert stark an Paragraph 220 des DDR-Strafgesetzbuchs, der wegen echter oder angedichteter „Staatsverleumdung“ jeden Kritiker des Regimes aus dem Verkehr ziehen konnte. Gerade die deutschen „Exzellenz“-Universitäten sind dabei in den letzten zehn Jahren zu einer Einheitsfront von Ja-Sagern zum politischen Zirkus in Berlin und Brüssel geworden, beim Maskentragen, „Impfen“ und Ukraine-Flaggen schwenken ist man stets ganz früh und mit Überzeugung dabei.

Der wissenschaftliche und vor allem innovative Output von Geistes- und Sozialwissenschaften tendiert dagegen immer stärker gen Null, die von Steuergeld und Konzernen finanzierten globalistischen (Not-)Thinktanks legen viel mehr Wert auf „Nachhaltigkeit“ bzw. „Klimaneutralität“ sowie auf das Gendern. Wer Letzteres auf der Jagd nach den immer wichtiger werdenden Drittmitteln, die nach Gutsherrenart durch eine verfilzte, feudalistisch eingesetzte, selbsternannte Deutungselite vergeben wird, nicht mitmacht, braucht sich auf die angebotenen Stellen gar nicht erst bewerben. Doch wer hat schon Lust sich fast nur noch mit dem Thema „Geschlecht“ und „Gleichstellung“, mit Migration (besonders der „angesagten“ aus islamischen Ländern und jetzt eben aus der Ukraine), „Democray Building“ (also dem Aufbau von „Public Privat Partnership“, dem Zugriff großer Konzerne auf öffentliche Gelder und Infrastrukturen), „Verschwörungstheorien bzw. -ideologien“ (laut Max Otte hieß das früher „kritische Sozialwissenschaft“) und den an jeder Straßenecke drohenden Antisemitismus sowie nun mit den empor ploppenden historischen und sozialen Verbindungen Deutschlands zur Ukraine (natürlich in strikter Abgrenzung zu allem was mit Russland zutun hat) zu beschäftigen? Die Frage aller Fragen der Sozialwissenschaften: Wem nützt es? bzw. „Wer hat welche Interessen?“ darf auf gar keinen Fall gestellt werden. So hat der echte „Intellektuelle“ die Universität schon längst verlassen – oder oft auch nie eine von innen gesehen.

Erklärbären und „Faktenchecker“ oder: Glaube alles – hinterfrage nichts!

Im Gegensatz zu Letztgenannten bekommt der „Pöbel“ immer mehr „Erklärbären“ am besten in Form von kurz-peppigen Videos an die Hand – selbst Denken und Bücher lesen unerwünscht. Diese werden auch von Public Private Partnerships – wie den Öffentlichen-Rechtlichen, [N]GO’s, Konzernen und ihren „Stiftungen“ finanziert und verfolgen handfeste Interessen. Googelt man kritische Themen kommen die Faktenchecker stets an erster Stelle: Sofort ist klar was man denken darf und was nicht. Für die weniger Hellen Köpfe gibt es den moralinsauren Haltungsjournalismus von RTL, Springer und Co., für die aus dem Berliner Prenzlauer Berg oder München Schwabing stammende Sojamilch- und Allergiefraktion dagegen die mit neun Milliarden Euro Zwangsgebühren pro Jahr aufgeblähte Polit-Propaganda der ÖR. Hochgepushte „Superstars“ wie Jan Böhmermann, Oliver Welke, Harald Lesch, Sarah Frühauf, Eckhard von Hirschhausen oder die mit Systempreisen überschüttete Mai Thi Nguyen-Kim geben die großen Welterklärer – mit fatalen Folgen. Dabei steigt die Schlagzahl der absoluten Wahrheiten und vor allem der Seitenhiebe exorbitant. Was heute in einer Woche an Unverschämtheiten, Provokationen und Beleidigungen dieser Herrschaften durchgeht, hätte vor zehn Jahren noch locker für einen Monat gereicht – inklusive medial-politischen Aufschrei. Den gibt es heute in Form der „Cancel-Culture“ zwar auch und vehement aber niemals gegenüber den genannten Akteuren, sonders stets für jene die bei dem Klima/Corona/Russland/NATO/Flüchtlingsnarrativen eine mehr oder weniger andere Haltung als die Ihnen omnipräsent vorgekaute haben.

Mit „Bullshitjob“ (David Graeber) im Hamsterrad

Ob im Supermarkt an der Kasse sitzend, im Büro oder Homeoffice auf dem Bildschirm starrend oder in der Berliner S-Bahn die Haltestangen mit Desinfektionsmitteln besprühend: Die Zahl der Wertschöpfer wie Handwerker, Bauern oder Bauarbeiter in Deutschland wird immer geringer, dafür gibt es immer mehr Büro (bzw. Homeoffice)-Hengste und Dienstleister für die überflüssigsten Dinge: Gestresst (und damit abgelenkt vom großen Ganzen) sind aber alle, nicht zuletzt um den überbordenden Staats- und Sozialapparat durch Rekordsteuern zwangsfinanzieren zu müssen. Immer deutlicher wird dabei sichtbar: durch permanente digitale Beschallung ist die Aufmerksamkeitspanne immer geringer geworden: Wer hat da schon noch Zeit sich längere Artikel über den „Euro-Maidan“ 2014 bzw. den Bürgerkrieg im Donbass durchzulesen oder einstündige Podcasts über Corona-„Impf“-Nebenwirkungen anzuhören? Eher wird man beim E-Mailanbieter oder in der U-Bahn mit billigster Propaganda „kostenlos“ zugedröhnt – und zwar unbewusst und Tag für Tag: das verfängt natürlich. Ähnliches schafft die Gender-, „Gesundheits-„„Critical-Whiteness“- und Klimapropaganda („Predictive Programming“) von Netflix oder Amazon Prime – nach Feierabend wird der Pöbel noch auf „politisch-korrekte“ Sichtweisen und die Einschränkungen der Zukunft fitgemacht. Nicht zuletzt hat die Corona-Situation die Individuen sozial isoliert, ein Austausch in größeren Gruppen oder Plena ist einerseits seltener geworden, die Deutungsmacht von Big Tech und die zielgerichtete aus dem Silicon Valley stammende Beschallung der Bürger über Flatscreens und Smartphones ist andererseits parallel dazu größer geworden.

Abgesang der aufgeklärten und freiheitlichen Gesellschaft

Nach 250 Jahren Aufklärung lässt sich konstatieren: Der barbarische Rückfall in feudalistische Zeiten geht voran; nicht mehr die individuelle Bildung soll die Gesellschaft voranbringen, sondern die gezielte Verdummung der Massen soll die aktuell an den Schalthebeln sitzende, völlig unfähige aber eben korrumpierbare Politdarstellerkaste im Bundestag ermächtigen, um die Interessen  von Big Tech, Big Pharma, Big Money und derzeit auch wieder der Rüstungsindustrie hemmungslos durchzuboxen – gerne hält man dazu noch die Hand für das Geld der Steuerzahler auf. Dafür eignet sich die deutsche Spielart der „repräsentativen Demokratie“ besonders, die mittlerweile so erodiert und gleichzeitig aufgebläht ist, dass sie weder repräsentativ noch demokratisch, sondern das jeweilige Gegenteil ist. Diese immer totalitär werdende Pseudodemokratie erfasst den Untertan bereits als Kind und lässt ihn bis ins derzeit noch gut alimentierte Rentenalter – hier wird traditionell noch am meisten gewählt und damit der Staat „legitimiert“ – nicht mehr los. Wer aus dieser verordneten biographischen Zwangsjacke des (supranationalen) Obrigkeitsstaates aussteigen will – egal an welcher Stelle im vorgezeichneten „Ablauf“ – wird erst ignoriert, dann gecancelt, dann entlassen oder bekommt demnächst eben wegen fehlender „Solidarität“ keine Punkte im Social-Credit-System nach chinesischem Vorbild. Da fällt dann eben der Urlaub oder vielleicht auch mal die Lebensmittel- oder Energieversorgung eine Zeit lang aus. Was solls – man wird sich (auch) daran gewöhnen.

Dieser Artikel erschien zuerst im Magazin eigentümlich frei.

Bild von Reimund Bertrams auf Pixabay.

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